Motorrad Böhmerland in english Motorrad Böhmerland v České Motorrad Böhmerland w języku polskim Motorrad Böhmerland на русском языке
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Die „Wilde Bank“ – das Motorrad „Böhmerland“

Die „Wilde Bank“, wie die “Böhmerland“ im Volksmund genannt wird, zählt zu den interessantesten Konstruktionen in der Motorrad­geschichte und zu den Publikumslieblingen in Museen wie bei Oldtimer-Rallyes.

Konstrukteur Albin Liebisch brachte die „Böhmerland“ (auf tschechisch „CECHIE“) von 1924–1938 in Nordböhmen auf die Räder. 1924 gründete er die Firma Böhmerland-Motorradbau in der nordböhmischen Stadt Schönlinde (Krásná Lipa) und baute dort sein erstes Motorrad. Nach sieben Jahren verlegte Liebisch sein Unternehmen nach Schluckenau (Sluknov). Bis zur Produktionseinstellung 1939 wurden ca. 3000 Motorräder der legendären Marke „Böhmerland“ in zahlreichen Ausführungen gebaut.

Dabei ist es weniger das technisch Richtungsweisende, das der „Böhmerland“ den besonderen Status verleiht, sondern das von der üblichen Motorradform abweichende äußere Erscheinungsbild. Das extrem lange Fahrgestell (Langtouren-Modell: 2,70 Meter) mit seiner tiefen Sitzposition, tiefen Lage des Benzintanks und Gepäckträgers bewirkte eine günstige Schwerpunktlage des Fahrzeuges.

Der Fahrer solch einer Langtouren-Maschine konnte zwei Passagiere mitnehmen – einen auf der Sitzbank und den zweiten auf dem Sozius. Dabei ging es nicht etwa im Schneckentempo vorwärts. Die durchschnittliche Geschwindigkeit lag bei etwa 100 km/h. Die „Böhmerland“ war mit ihrer soliden Rohr-Gitter-Konstruktion eine bequeme und robuste Tourenmaschine für muskulöse Fahrer, die vorzugsweise mit Seitenwagen betrieben wurde.

Später Fund – Urkunde der „Böhmerland“ nach 52 Jahren übergeben

1960 verkaufte Gretel Schiffner dem Verkehrsmuseum eine „Böhmerland“, Baujahr 1927. Das Motorrad gehörte einmal ihrem Onkel, dem Polizei-Oberwachtmeister aus Neudeck in Böhmen.

Erst 52 Jahre später entdeckte Frau Schiffner (76 Jahre, aus Chemnitz) die Kaufurkunde des Motorrades vom 23. März 1936 und schenkte sie dem Verkehrsmuseum. Zu Hause wird sie weiter nach Dokumenten der „Böhmerland“ suchen, deren Lebensgeschichte aufschreiben und dem Verkehrsmuseum übergeben.


Besondere Exponate

Besondere Exponate des Verkehrsmuseums Dresden

Besonderheiten und Raritäten